Von Stachelbeersuppe und Zuckerwatte

Eine ereignisreiche Woche ist nun schon wieder vorbei. Kaum zu glauben, das wir uns jetzt schon in der Abschlusswoche befinden.

Ich (Kathrin) denke, ich kann für uns alle sprechen, wenn ich sage, dass diese zwei Wochen in Rumänien eine Zeit von unglaublichem Segen für uns waren – und das obwohl wir doch hingefahren waren um mitzuhelfen, ein Segen zu sein.

Am vergangenen Sonntag hatte wir die Möglichkeit eine Siebenbürgische Spezialität kennen zu lernen – Stachelbeersuppe! Wir wurden am Sonntagmittag in das Haus des Lichts eingeladen. Dort gibt es eine Tagesstätte für behinderte Kinder, in der sie gefördert und betreut werden. Davor besuchte ein Teil unserer Gruppe einen deutschen Gottesdienst in Cris, den Martin, der Mann der Leiterin des Haus des Lichts, hielt. Es war ein ganz besonderes Erlebnis, an diesem Gottesdienst teilzunehmen und anschließend noch Zeit zum Gespräch mit Helmi und ihrem Mann zu haben.

Während der zweiten Woche unseres Einsatzes waren wir dann Teil des Teams, das drei Kinderbibeltage in der Arche in Csekefalva auf die Beine gestellt hat. Dort finden Roma-Kinder aus einer Siedlung am Dorfrand einen sicheren Ort, an dem sie normalerweise nach der Schule ein Mittagessen und Nachmittags- sowie Hausaufgabenbetreuung bekommen.

Mit einigen Bedenken und Sorgen waren wir in diese Tage gestartet. Würden wir mit den Kindern kommunizieren können – ungarisch sprechende Roma-Kinder in Rumänien und deutsch sprechende Bibelschüler aus Österreich – würde das funktionieren? Würden wir Berührungsängste haben, würde die Angst vor Flöhen und Läusen uns am entspannten Umgang mit den Kindern hindern?
Doch schon am ersten Tag wurden alle unsere Bedenken zerstreut. Obwohl ich (Kathrin) den ersten Tag mit Chris im Wesentlichen in der Küche verbrachte, wurde ich überrascht von dem Vertrauen, das die Kinder uns sofort entgegen brachten. Und bei der Freude, die man den Kindern ansieht, wenn sie huckepack nach Hause reiten dürfen, da sind plötzlich alle Flöhe und Läuse völlig egal. Und wenn du die Chance hast einem Kind mit einer Umarmung, ein kleines bisschen Liebe und Zuneigung zu zeigen, dann ist es plötzlich nicht mehr so wichtig ob es dreckig oder sauber ist oder wie kaputt seine Klamotten sind.

Am Dienstag starteten wir mit dem Thema „Gott ist meine Burg“. Nach dem Thema sollten die Kinder zunächst eine Burg aus Bananenkartons bauen, deren Beschriftung, richtig angeordnet, den Merkvers des Tages ergaben. Danach hatten sie die Möglichkeit ihr eigenes Holzschild zu bemalen und Kronen zu basteln. Das Schönste an diesem Tag war für mich die Kinder voller Stolz mit ihren Kronen und Schildern heimgehen zu sehen.

„Gott ist mein guter Hirte“ – unter diesem Thema starteten wir in den zweiten Tag. Auch an diesem Tag haben wir mit den Kindern zusammen einen Bibelvers auswendig gelernt.
Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich. Joh 10,14 Allerdings natürlich auf Ungarisch: Én vagyok a jó pásztor, én ismerem az enyéimet, és az enyéim ismernek engem. János 10,14.

Unsere Aufgaben waren vielfältig und lassen sich im Wesentlichen zusammenfassen mit: anpacken wo immer es gerade gebraucht wird. Und da war dann von Essen kochen über Basteln, Trampolin springen, Fußball spielen, beim Essen dabei sein und mit Straßenkreide malen, alles mit dabei. In der freien Spielzeit wurden besonders die von uns mitgebrachten Kappla-Steine zur Attraktion.

Am Donnerstag waren wir hingegen auch für das Inhaltliche zuständig. Thema sollte sein „Mein Leben mit Gott“. Unser großes Anliegen war es, den Kindern zu zeigen und zu erklären, was ein Leben mit Gott bedeutet. Wir wollten sie ermutigen Gottes Angebot in Anspruch zu nehmen, dass er mit ihnen gemeinsam durchs Leben gehen möchte. Chris, Nathalie und Birgitt haben in einem Anspiel verdeutlicht, was es bedeutet wenn Jesus an deiner Seite durchs Leben geht und auch dann nicht von deiner Seite weicht, wenn es brenzlig wird oder du Fehler machst.
Die Kinder hatten dann die Möglichkeit ein Gebet für sich mitzusprechen, wenn sie dieses Angebot in Anspruch nehmen wollten. Damit die Kinder sich immer daran erinnern können, hatten wir im Vorfeld Holzbausteine vorbereitet auf deren einer Seite ihr Name eingebrannt war und auf der anderen „Jézus“.

Für das letzte Mittagessen gab es noch einen ganz besonderen Nachtisch Zuckerwatte – die sowohl bei den Kindern als auch bei den Mitarbeitern gut ankam.


Als dann an diesem Tag der Zeitpunkt des Nachhausbringens erreicht war, fiel es glaube ich keinem von uns leicht uns zu verabschieden. Wir alle sind tief berührt von dem was wir in diesen drei Tagen mit den Kindern erlebt haben und dankbar für die Zeit.

Am letzten Abend hatten wir dann nochmal die Gelegenheit mit Beni und Christin Schaser die Zeit in Rumänien zu reflektieren und uns von allen Mitarbeitern zu verabschieden. Müde aber zufrieden erreichten wir dann am Freitagabend nach 16 Stunden Reise das Schloss. Dort konnten wir dann auch Shahram und Juliane wieder begrüßen und so ist unser Team nun für die Abschlusswoche wieder komplett.