Die ersten Wochen

Hallo zusammen!

Unser drittes Semester hat nun wirklich angefangen und nach den ersten zwei Wochen zurück hier am Schloss durften wir schon einiges erleben, machen und lernen.

Nach dem offiziellen Start mit Austausch und Abendmahl am 18.04.2017, ging es  gleich am nächsten Morgen mit Kanu- und Bogenparkschulungen mitten im Neuschnee weiter!

 

Unsere erste gemeinsame Aktion als Team hatte neben der Lösung einiger von Armin gestellten Aufgaben vor allem den Zweck, unsere verschiedenen Teamrollen und Gaben kennenzulernen.

Teamaufgabe: Die Leonardo-Brücke

Keiner von uns hat während der Aufgabe wirklich darauf geachtet, aber in der gemeinsamen Nachbesprechung waren wir alle voneinander und vor allem uns selbst überrascht, wer welche Rolle ganz natürlich eingenommen hat. Es war sehr aufschlussreich und spannend, sich mal aus dieser Perspektive zu beurteilen und zusätzlich durften wir feststellen, dass wir als Team in diesen ersten Herausforderungen gut  harmoniert und zusammengearbeitet hatten.

Leider mussten wir dann auch schon Johannes aus unserer Mitte verabschieden. Nach nur drei gemeinsamen Tagen ist er am Freitag mit dem Zug nach Rumänien aufgebrochen. Er wird die nächsten 9 Wochen dort verbringen und  vor allem praktisch mithelfen. Er hat uns geschrieben, dass er gut angekommen ist und sich auf die kommenden Einsätze freut.

Am gleichen Freitag ist auch für mich und Chris der erste Einsatz losgegangen. Wir durften als Zweierteam nach Linz zu einer Gemeindefreizeit fahren, um dort mit einer bunten Gruppe von Kindern  im Alter von 5-13 Jahren Kinderprogramm zu machen. Samstags waren Sabine, Shahram, Juliane und Sabrina auf einem Kids-Day in Windischgarsten und Kathrin war schon um 5 Uhr auf den Beinen, um bei einem Frauenfrühstück am Büchertisch zu helfen.

Die zweite Woche hat mit einer Mitarbeiter-Schulung begonnen. Chrischona-Dozent Andreas Loos hat zwei Tage lang über die Themen ‚Spiritualität in beschleunigten Zeiten‘  und ‚Gebet‘ gesprochen und uns dabei nicht mit anspruchsvollen Gedankengängen verschont. Ich persönlich hatte den einen oder anderen Knoten im Gehirn, aber das hat das Maß an Bereicherung durch seine Vorträge sicher nicht gemindert.

Und ab da haben dann endlich zum ersten Mal die wöchentlichen Einsätze stattgefunden. Flüchtlingscafé, Ki-Punkt, DiG und Jugendkreis. Den Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge konnten wir leider noch nicht machen und es steht auch auf der Kippe, ob es genug Anfänger geben wird, die wir als Laien unterrichten dürfen.

Als gelungenen Abschluss der Woche hat Birgitt uns durch eine Sabbatfeier nach jüdischem Brauch geführt. Das mag für uns als Christen unnötig erscheinen, aber letztendlich betrifft die „Heiligung des Feiertages“ uns alle, und angesichts der einsatzintensiven und sicher oft herausfordernden Zeit, die vor uns liegt, gab es Einiges, was wir uns für unseren eigenen Alltag, bzw. Feiertag mitnehmen konnten.

Vollendet mit einem wundervoll reich gedeckten Tisch, hat Birgitt uns am Samstagabend, bei sich zu Hause, nach und nach durch die einzelnen Schritte des jüdischen Sabbatbeginns geführt, inklusive Kerzenanzünden, Händewaschen, selbstgebackenem Brot mit Salz und verschiedenen Segenssprüchen.

Den Sonntag selbst hat jeder von uns versucht bewusst so zu gestalten, dass er ein Tag der Ruhe und gleichzeitig der Freude sein kann. Und ich habe für mich tatsächlich einen Unterschied zu „normalen“ freien Tagen empfunden. Denn da die „Aufgabe des Tages“ Entspannen war, konnte ich es tatsächlich genießen, einfach mal den Vormittag im Bett liegen zu bleiben und die Sonne auf mich scheinen zu lassen. Ganz ohne mir Gedanken über liegengebliebene Vorbereitungen zu machen. Abends haben wir uns wieder um einen Tisch versammelt, um bei Kerzenlicht den Sabbat abzuschließen.

Einer der Gedanken, die ich aus der Mitarbeiterschulung am Anfang der Woche mitgenommen hatte, war, dass in unserer schnelllebigen Zeit sogar die Freizeit produktiv und effizient sein muss. Dagegen wirkt ein Tag, den Gott uns Menschen zur Ruhe und Gemeinschaft mit Ihm gegeben hat, geradezu wie ein rebellischer Akt.

Es ist schön, wieder hier am Schloss zu sein und der Natur beim Aufblühen zuschauen zu können. Die kommenden Wochen werden sicher ereignisreich und spannend und ich freue mich schon auf die Herausforderungen und Aufgaben, die uns erwarten.

Liebe Grüße und Gottes Segen Euch!

Nathalie

 

 

Unsere Gebetsanliegen sind…

…dass es genug Sprachanfänger gibt, denen wir als nicht ausgebildete Lehrkräfte im Deutsch-Unterricht eine Hilfe sein können.

…dass Sabine wieder vollends auf die Beine kommt. (Sie hat die ganze letzte Woche mit einer Erkältung + Bindehautentzündung zu kämpfen gehabt und konnte deshalb an keinem der Einsätze teilnehmen)

…dass jeder im Team für sich selbst lernt, die eigenen Kräfte und Kapazitäten gut einzuteilen.

…dass wir alle im persönlichen geistlichen Leben weiter wachsen dürfen und Beständigkeit darin entwickeln.

…dass der Scheunenbau in Rumänien rechtzeitig beendet werden kann und trotz aller Aufgaben Gott im Mittelpunkt steht.