Das wirkliche Dschungelcamp

‚Kommen sie noch vor Einbruch der Dunkelheit aus dem Dschungel zurück?‘  Gebannt schaue ich (Birgitt) zusammen mit ein paar Kindern und jungen Frauen aus Salapwuk in die Richtung, aus der die Gruppe zurückkommen sollte…  Gestern in der Früh sind sie aufgebrochen, zum Nahna Laud, dem höchsten Berg Pohnpeis (ca. 900 Meter hoch, aber durch unwegsamen tropischen Regenwald hindurch).

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Es wird dunkel, immer wieder kommt ein Regenguss runter, und sie sind immer noch nicht da.  Stunde um Stunde vergeht ohne jegliches Lebenszeichen.   Dann der erlösende Schrei um Mitternacht:  Sie sind da!!!  Alle siebzehn – fünf Leute aus Salawpuk, zwei junge Männer aus dem Jugendkreis in Nanmand und ‚unsere Zehn‘ – d.h.  Nic und die Bibelschüler.  Dreckig, nass, total k.o., aber… – doch lassen wir sie selbst erzählen:

Michal:  ‚Eine Tour, wie wir sie nie vergessen werden:  neun Stunden rauf im Regen, eine Nacht in einer Höhle, Schlafen wie die Sardinen, Backstreet Boys zum Einschlafen, Beten zum Aufwecken, kopfüber im Bach Haare waschen, 15 Stunden am Stück für das Finale zum Nahna Laud und zurück!  Und wie wir den Sieg des Dschungelcamps alle im Schweiße unseres Angesichts errungen haben!‘

 

Edward - unser Dschungel-Guide!

Edward – unser Dschungel-Guide!

Rafael:  ‚Mein persönliches Highlight war, dass am Mittwoch das ganze Team gesehen hat, wo und bei wem wir drei ‚Salapwuk-Jungs‘ so wohnen.  Vor allem aber fand ich es schön, dass alle den Samuel und dessen Sohn Edward näher kennengelernt haben.  Die beiden sind mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen. – PS zur Tour als solcher: Mein Körper ist 24 Jahre jung und hat keine Grenzen!  Am kommenden Samstag wollen Gabriel und ich mit ein paar der Salapwuker Jungs an einem einzigen Tag rauf und runter gehen. 🙂 ‚

Dani:  ‚Mit einem ganz besonderen Geschenk hat mich bzw. uns der Herr Jesus während dieser zwei Tage die ganze Zeit umgeben:  die unglaubliche Schönheit der Natur!  Einfach atemberaubend wie vielfältig und bis ins Detail hinein der Herr den Dschungel gestaltet hat.  Mit was für einer Sorgfalt er jedes Pflänzchen ausgestaltet hat – und das alles nur, damit ich mich daran freuen kann.  Seine Kreativität kennt wirklich keine Grenzen.  Darin zeigt er voll sein Wesen und drückt seine Liebe zu mir aus.  Er hat mir damit nochmal neu vor Augen gehalten, was der Vers aus Jesaja 43,19a wirklich heißt: „Siehe, ich will ein Neues schaffen; jetzt wächst es auf.  Erkennt ihr’s denn nicht?“  Was für eine Ermutigung, wie Gott auch in der Gegenwart und in meinem Leben am Werk ist!‘

Nina:  ‚Mein persönliches Highlight war ja die Musikeinlage am Abend in der Höhle von unserem Guide:  Backstreetboys aus seinem Handy, dazu sein Gesang und Nic und meine Tanzeinlage… 🙂 ‘

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Gabriel:  ‚Ich habe mich sehr gewundert, wie groß der Felsen war, unter dem wir geschlafen haben.  Während die meisten von uns sich ziemlich schnell schlafen gelegt haben, bereiteten die Salapwuker Jungs noch Sakau zu.  Ich wollte noch nicht schlafen gehen.  Somit habe ich mich zu ihnen gesetzt und eine richtig schöne Zeit mit den Jungs genießen dürfen.  Sozusagen die schöne Seite des Sakau 🙂

(Anmerkung der Redaktion:  Sakau, auch Kawa genannt, ist ein lokales narkotisches Getränk.  Früher war die Verwendung des Sakau auf wichtige religiöse und politische Momente beschränkt, wird aber immer mehr zu einer Alltagsdroge für viele Pohnpeier.  Von der Kirche ist der Genuss von Sakau allerdings verboten, was uns aber nicht davon abhalten muss, mit den Leuten, die dabei vielfach recht offen sind, zusammen zu sitzen.)

Markus:  ‚Mein persönliches Highlight war die Zeit mit der Gruppe zusammen – die Gemeinschaft und der Zusammenhalt auch wo es schwierig geworden ist.  Auch die Zeit mit den Jungs aus dem Jugendkreis und aus Salapwuk zu verbringen.‘

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Nic:  ‚Was mich auf dem Weg zum Gipfel besonders motivierte, war die Vorfreude auf einen grandiosen Ausblick über den Dschungel und das Meer.  Nicht nur einmal hab ich mir, im Matsch versunken und nass vom Regen, dieses Bild vor Augen gemalt.  Als unser Guide dann, am Gipfel angekommen, mit den Worten „Imagine, there is the ocean (Stellt euch vor, da ist das Meer)!“ auf eine dicke Nebelwand zeigte, wusste ich nicht, ob ich jetzt lachen oder weinen sollte.  (Aha, so fühlt sich also die Arschkarte an!)  Ich wollte mir den Ozean nicht vorstellen – ich wollte ihn sehen!!!  Umso genialer war der Moment, als die Wolkenwand weichen musste und wir das Meer sehen durften.  Jubel und Begeisterung machten sich in der gesamten Gruppe breit, und auch wenn der geniale Ausblick nur ca. eine Minute andauerte, so hatte es sich gelohnt.  Wir danken unserem Gott für diesen kurzen, aber genialen „Durchblick“.‘

Da ist der Ozean!!!

Da ist der Ozean!!!

Franziska:  ‚Für mich war es schön zu merken, wie wir als Team funktionieren.  Ich bin sehr dankbar, dass ich mitgehen konnte, denn ohne die Hilfe, Unterstützung und Geduld der anderen hätte ich es nicht geschafft.  Ich musste keine Sachen tragen, durfte als erste gehen, um das Tempo zu bestimmen und ausreichend Pausen zum Luft holen machen. – Danke, ihr seid spitze!  Dank eurer Hilfe bin auch ich auf dem höchsten Berg Pohnpeis gewesen.‘

Anton:  ‚Ich bin wieder einen Schritt näher an die mikronesische Kultur herangetreten, und das im wörtlichen Sinne:  Für mich war es ein gigantischer Erfolg, diesen Berg mit Flip Flops zu bezwingen!  Mich als Österreicher erfüllt es mit Stolz, dies nun mit den Pohnpeiern gemeinsam zu haben.‘

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Lukas:  ‚Auf dem Rückweg vom Nahna Laud kamen wir in die Dämmerung hinein und dann in die Nacht.  Also, besonders lustig ist es ja nun nicht, zu siebzehnt mit insgesamt nur 5 Taschenlampen durch Regen, Schlamm, ein Bachbett nach dem anderen und über Stock und Stein zu steigen, zu stolpern und zu schlittern.  Aber für uns als Gruppe war es jedenfalls ein Erlebnis.  Gemeinsam kämpften wir uns insgesamt 5 ½ Stunden durch den dunklen Dschungel, bis wir um Mitternacht dann endlich im Dorf ankamen.  Die Erleichterung war groß!‘

2 Kommentare
  1. Hannes Schrade
    Hannes Schrade sagte:

    Hallo ihr… Wenn ihr die Nina das nächste mal seht könnt ihr bitte ihr sagen dass sie sich bitte bei mir melden soll… Gottes Segen euch Gruß Hannes

  2. Achim
    Achim sagte:

    Haha, sehr geil! Nic, du hast uns mal wieder zum Lachen gebracht. 🙂 Hört sich spannend an, in einer Höhle mit den Backstreet Boys zu übernachten. Gibt’s auf Pohnpei eigentlich auch wilde Tiere (Tiger / Panther)?

    Liebe Grüße aus Vancouver (dem Regenwald des Nordens),
    achim

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