Aus der Dschungelcampbasis

Liebe Freunde, liebe Geschwister – bekannte und auch unbekannte!

Zwar spät aber doch melden sich hiermit Petra und Daniela – die Dschungelcampbasis sozusagen.

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Es ist fast unglaublich, wie schnell diese drei Monate verflogen sind, und es wird sich hier im Haus wahrscheinlich etwas leer anfühlen, wenn unsere 11 „Fast-Insulaner“ wieder nach Hause fliegen.

Heute Vormittag war Sonntagsschullehrer-Training, das alle 3 bis 4 Monate stattfindet und normalerweise von Petra und einem Team von Einheimischen vorbereitet wird. Dieses Mal war es jedoch recht angenehm für diese Leute, da sie von Birgitt und den Bibelschülern entlastet wurden. Zum Thema „Wer bin ich?“ hielt Birgitt eine tiefschürfende Andacht, die mich persönlich wieder daran erinnert hat, wie wertvoll wir als Seine Kinder in SEINEN Augen sind! Wie oft vergesse ich das oder lasse mich durch falsche Gedanken und Prägungen von dieser Wahrheit abbringen. Wir beten, dass viele von den ca. 50 Teilnehmern im Herzen angerührt sind und eine neue Tiefe in ihrer Beziehung zu Gott erfahren und dies auch an die vielen Kinder weitergeben können.

Die Bibelschüler haben ein erfrischendes Anspiel zum Thema gehalten und diese sonst oft eher ernste Gruppe von Einheimischen aufgeheitert, auch das Lied „Who am I?“ durfte Nic sicher 8 Mal auf der Gitarre klimpern – damit man sich die Melodie auch wirklich merkt!

Auf Nukuoro

Auf Nukuoro

So viel Freude hier – und so viel Trauer anderswo: Ken kommt gerade vom Begräbnis seines Onkels zurück, der nach einem Schlaganfall seit Monaten nur mehr in einem Raum am Boden gelegen ist und sicher viele schwere Stunden des Leides hinter sich hat. Für ihn, als ein Kind Gottes, eine Erlösung und wir beten, dass durch dieses weitere Begräbnis (letzte Woche gab es sieben Todesfälle von denen wir hörten!) viele Menschen sich Gedanken über den Sinn des Lebens machen und in eine enge Beziehung mit Gott gehen.

Auf Pohnpei treffen ja Menschen verschiedenster Inseln zusammen und gerade für die Einwohner dieser Inselgruppe bzw. von diesem Atoll namens Nukuoro beten wir um geistliche Erneuerung. So viel Dunkelheit, gerade auch zwischenmenschlich ist in diesen Menschen sichtbar.

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Petra und ich hatten das Privileg vor ca. zwei Wochen mit dem Schiff nach Nukuoro zu fahren – nur halbjährlich fährt dieses Frachtschiff mit ca. 300 Passagieren und vollgeladen mit Boxen von Lebensmitteln und anderen Utensilien, die man in dieser abgeschiedenen Gegend mitten im Pazifik vermisst, in diese Gegend. Es war echt ein spezielles Erlebnis und wir kamen uns fast wie auf einem Flüchtlingsschiff vor – überall Leute.  Geschlafen wurde auf allen möglichen und unmöglichen Stellen des Frachters… wenn man überhaupt einen Platz finden konnte!

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Es war einerseits faszinierend, die Schönheit der Schöpfung Gottes zu bewundern – weißer Sandstrand, Palmen sag ich da nur… – doch andererseits auch ernüchternd zu sehen, dass man dort unter ganz anderen Umständen lebt und das nicht unbedingt einfach ist – z.B. gesundheitliche Versorgung…

Dercy (langjährige Mitarbeiterin im Kindergarten) und Ringo bemühten sich sehr, uns in diesen Tagen mit Unterkunft und Essen zu versorgen – das ist auch immer wieder was ganz Besonderes für uns, denn wer würde bei uns zu Hause sich den Stress antun, vier Besucher auf eine Reise in die Heimat mitzunehmen – obwohl man nur so selten die Gelegenheit hat selbst dorthin zu gelangen und schlussendlich nur 3 Tage mit der schon lange nicht mehr besuchten Familie zu verbringen?!

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Danke für all eure Gebete! Es ist so genial in Gottes riesiger Familie zu sein und zu wissen dass unser himmlischer VATER uns Einheit und Liebe schenkt! ER ist so gut zu uns!

Ganz liebe Grüße, Daniela und Petra