Macht das alles überhaupt Sinn?

Das ist eine Frage, die mir diese Woche in den Kopf kam, als uns von den Umständen im Umfeld unseres Einsatzortes hier in Rumänien erzählt wurde. Umstände, die zum Teil wirklich aussichtslos scheinen. Eine Kultur, die von Korruption durchdrungen ist, Menschen, die komplett anders denken und zum Teil wirklich tragische Lebensgeschichten haben und Dörfer, die auf der einen Seite unglaublich schön sind, aber in denen auf der anderen Seite große Armut und Zerfall sichtbar wird. Selbst wenn geholfen werden möchte, stößt man zum Teil auf Systeme, die das Helfen so viel schwerer machen und zum Teil auch auf Unzufriedenheit und Misstrauen der Menschen, was wiederum zu Widerstand führt. Zudem wurde mir bewusst, wie schwer es ist hier etwas zu ändern, da vieles tief im Denken der Menschen und der Geschichte des Landes verankert ist.

Deshalb die Frage: Macht das alles überhaupt Sinn?

Macht es wirklich Sinn, dass Menschen hier ihr Leben in eines der Projekte investieren, wenn sie zum Teil sogar bei denjenigen, denen sie helfen wollen, auf Widerstand stoßen?

Ich muss sagen, dass ich mir die Frage ziemlich schnell selbst beantworten konnte. Ja, es macht Sinn! Es macht für jeden einzelnen Menschen Sinn, der durch diese Arbeit Jesus kennenlernen darf.

Es ist schön, hier in diesem Projekt mithelfen zu dürfen und diese Arbeit zu unterstützen. In die unterschiedlichen Bereiche hineingenommen zu werden und die Leute kennenzulernen, ist ein unglaubliches Privileg. Es ist berührend, mit ihnen zusammen zu arbeiten, Zeit zu verbringen und ein kleines bisschen zu erfahren, wie ihr Leben ist. Egal welche Arbeit ich hier in den letzten Tagen machen durfte, es war schön zu wissen, dass ich genau diesen, zum Teil nicht gesehenen oder geachteten, aber unfassbar lieben und wertvollen Menschen und damit auch Gott dienen konnte. Die Arbeit, in die wir hier mit hineingenommen werden, ist sehr vielfältig. Wir haben beim Renovieren von Häusern mitgeholfen, indem wir beispielsweise eine Mauer abgetragen, einen Graben für Abwasserleitungen gegraben, Wände grundiert haben und vieles mehr. Zudem haben wir Kinderbibeltage für Roma-Kinder vorbereitet, die in den nächsten Wochen zweimal stattfinden werden und im Secondhandladen sowie im hauswirtschaftlichen Bereich mitgeholfen. Am Donnerstagabend durften wir beim Jugendabend mit dabei sein, für welchen Samuel eine Andacht gestaltet hatte.

Ich bin Gott für diesen Einblick hier und auch das Wissen, dass er jeden Menschen gleich liebt, unglaublich dankbar.

Anika

Mit Jesus bis ans Ende von…

Rumänien!

Schon verrückt, wo einen die Jesus-Nachfolge hinbringen kann… dieser Gedanke kommt mir in den Kopf, als ich bei einem Gruppenausflug vergangenen Samstag an einem Aussichtspunkt mit Blick auf Keresztur und Csekefalva sitze. Zugegeben, wer sich auf das Wagnis Jesus nachzufolgen einlässt, durchlebt Herausforderungen, die ein Leben ohne Jesus nicht hat, aber sie bringt dich auch an Plätze, die deine eigenen Grenzen übersteigen. Und so sind wir nun in Rumänien und dürfen schon zu Beginn feststellen, dass dort wo Menschen Gott Raum geben und seinem Geist die Möglichkeit eröffnen zu wirken, da tut er es auch.

Eine kleine Anekdote hierzu: wir sitzen in einem Gottesdienst in Kreisch mit fünfzehn eher älteren Siebenbürgersachsen. Wir dürfen den Gottesdienst mit einem Kurzimpuls und Musik bereichern. Schon auf der Fahrt durch Rumänien fallen mir die vielen Schafherden auf. Als uns Tage zuvor mitgeteilt wurde, dass wir ein Grußwort weitergeben dürfen, kommt mir gleich die Idee über den „guten Hirten“ zu sprechen (Psalm 23), dazu suchen wir passende Lieder raus. Und so sitzen wir im Gottesdienst, der Pfarrer beginnt und um was geht wohl seine Predigt? Richtig, um den guten Hirten (Johannes 10). Ich darf erstaunt feststellen, wie Gott aus diesem Gottesdienst ein Kunstwerk macht. Als Sahnehäubchen kommt noch das Zeugnis eines ehemaligen Hirten hinzu, der auch im Gottesdienst sitzt, schon verrückt….

David

Sich Gott ganz hingeben – wirklich?

Das 3. Semester begann am Mittwoch (24.04.2019) mit einer gemütlichen Austauschrunde. Es war ein fröhliches Wiedersehen, bei dem wir uns über unsere Zeit während der Pause austauschen konnten – schön wieder am Schloss zu sein.

Kurz darauf ging es inhaltlich los. Neben dem durchgehenden Thema „Christsein mit Welthorizont“ ging es um die Freaks der Bibel: Die Nasiräer. Diese „Gottgeweihten“ waren Menschen, die sich Gott ganz hingaben. Und sogar für eine Zeit auf „normale und an sich nicht schlechte“ Dinge verzichteten. Wo bin ich herausgefordert zu verzichten, damit ich Gott ganz zur Verfügung stehe? Was muss ich während dem Missionseinsatz bewusst hintenanstellen oder auch in der Zeit danach?
Mit Gott leben wollen viele – aber dafür auf etwas zu verzichten ist heute nicht im Trend.

Um als Team zusammen zu wachsen wurden wir dann am Freitag auf eine besondere Wanderung geschickt. Wir mussten unser Ziel allein mit einer Landkarte finden, einen Fluss überqueren und Feuer machen – natürlich ohne Feuerzeug!

„Wo sind wir eigentlich?“ war zu Beginn die Frage. Nachdem wir uns auf eine Position einigen konnten ging es Querfeldein, steil Bergauf. Am Fluss angekommen benötigten wir drei Versuche, bis alle trockenen Fußes am anderen Ufer ankamen. Auf einem Baumstamm quer über einen Fluss – die Anspannung war bei manchen deutlich zu spüren.

Am Zielort angekommen stand uns dann die letzte und auch herausforderndste Aufgabe bevor. Feuer machen, allein mit Naturmaterialien und einem Feuerstahl. Nach einer halben Stunde von Fehlversuchen gelang es uns endlich mit einem Funken das trockene Gras anzuzünden. Die Freude war groß und die Belohnung in Form von Steaks war grandios.

Was haben wir gelernt? Rücksichtnahme, Zusammenhalt und Kommunikation sind essentiell und in allem braucht es das Vertrauen zueinander, damit Hürden wie z.B. die Flussüberquerung gemeistert werden können.

Am Samstag stand dann die Mitgliederversammlung von Schloss Klaus an, bei der wir Bibelschüler ganz praktisch beim Catering mitgeholfen haben. Damit konnten alle Schloss Mitarbeiter an dem Treffen teilnehmen.

Es war schön, dass wir einfach mit Freude dienen und somit ein Segen für alle Mitarbeiter und Gäste sein konnten. Beim Gottesdienst am Sonntag gab es eine kurze Vorstellung unseres Teams und es war ermutigend zu erfahren, dass es so viele gibt, die uns im Gebet mittragen wollen und werden.

Seit Sonntagabend sind wir als Team nun vorerst komplett. Wir sind sehr dankbar, dass Gott uns so für das 3. Semester zusammengestellt hat und freuen uns über die Abenteuer, die er für uns bereithält. Was sich für uns als Team auf jeden Fall schon etabliert hat, sind die regelmäßigen Gebetszeiten, denn uns ist wichtig, mit all unseren Anliegen vor Gott zu kommen – uns IHM ganz hingeben. Denn letztendlich sind wir für ihn unterwegs und völlig auf seine Führung angewiesen.

Bitte betet für einen guten Start in Rumänien– wir werden euch bald darüber berichten.

Und vielen Dank für alle Unterstützung im Gebet!

Liebe Grüße,

Friedi

Wir stellen uns vor! Das Missionsteam vom 3.Semester!