Dschungelcamp Klappe die Letzte

Dschungelcamp Klappe die Letzte!!!!

 

Es waren harte Zeiten – dieses erbarmungslose Leben ohne Bett, Käse, warme Dusche oder Oregano:-). Aber alles hat ein Ende, auch die Teilnahme im Dschungelcamp 2014. Deshalb befinden sich (ALLE!) unserer Kandidaten nun wieder auf dem Weg in die Zivilisation.

Bis zum Schluss mussten wir um einige Kandidaten bangen, denn so manche Dschungelprüfung wurde weniger mit Bravour, sondern mehr mit Ach und Krach bestanden. Aber nichts desto trotz dürfen wir heute ganz besondere Tapferkeits- Medaillen verleihen.

So z.B. unserer lieben Franzi. Sie hat sich während der letzten 3 Monate zur Meerjungfrau 2014 empor geschwommen. Denn egal wo Wasser zu finden war, unsere Franzi war immer mittendrin, statt nur dabei!

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Oder Nina! Sie bekommt den Kokosnuß-Award 2014, denn niemand kann so viele Kokosnüsse trinken, geschweige denn essen wie sie. (Liebe Nina, in Deutschland wirst du dann erstmal auf Entzug gesetzt!)

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Dani ist unsere „Voice of Pohnpei 2014“, denn niemand (außer ihr) schafft es in nur 3 Monaten ihre eigene CD aufzunehmen. Wir sehen sie schon in den Top Ten der Pohnpei-Charts!

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Unser Anton dagegen wurde als Katzenflüsterer inselberühmt. Mehrere haben es versucht ihn nachzuahmen, aber keiner kann die Katzenfamilie im Hause Scheerle/ Wibmer so gut mit Medikamenten versorgen wie unser Anton. (Anton: Dass du der falschen Katze das Antibiotikum verabreicht hast, kann ja quasi jedem mal passieren:-))

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Unser Markus war im Rennen um den Dschungelkönig ganz vorne mit dabei. Er kann mittlerweile nahezu perfekt eine Kokosnuss mit seiner Machete öffnen, Feuer machen, sowie passende Regenzeiten zum Duschen ausnutzen. Man munkelt, wenn er nicht regelmäßig heimlich Birgitts Kaffee weggetrunken hätte, wäre er garantiert zum Dschungelkönig gekrönt worden. (Schade, lieber Markus, vielleicht beim nächsten Mal!)

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Lukas hingegen hat zumindest das Rennen um den Läusekönig 2014 verfrüht abgebrochen. Er hat es vorgezogen regelmäßig den Local-Friseur aufzusuchen. Trotz allem bekommt er aber den Frühstücks-Award 2014 (alias Toaster des Jahres!) Denn keiner richtet den Frühstückstisch so ordentlich und vorbildlich wie er!

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Tja, und nun kommen wir zu unserem Rafi (alias Kaniki). Er ist der Starkoch dieser 3 Monate. Und jetzt können wir das Geheimnis ja auch lüften: Er plant in Pinkerfeld demnächst eine Brotfrucht-Fastfoodkette zu errichten. Rafi, wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner neuen Geschäftsidee!

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Michal glänzte in diesen 3 Monaten nicht nur wegen der stets gewaschenen Wäsche. Sie wurde auch zur Miss Hair 2014 gekrönt, denn von ihr konnten die weiblichen Teammitglieder einiges zum Thema „Haarpflege in Extremsituationen“ lernen. Denn diese Frau kann in ALLEN (!) Lebenslagen ihre Haare waschen – ob im Regen oder Salzwasser – die Frisur sitzt! Und Dank dir, liebe Michal riecht der Fluss der Nanaloud-Tour noch bis zum heutige Tage nach DEINEM Shampoo!

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Und zu guter letzt, Gabriel! Er bekommt den Motivationspreis 2014, denn ob es um das Finale der WM geht oder um einen todesmutigen Sprung ins Meer – er feuert alle an und motiviert bis zum bitteren Ende. Außerdem wird er auch Freischwimmer des Dschungels, denn wenn man nach stundenlangem Warten an der Meerpromenade schon davon ausgeht, dass er vom Hai gefressen wurde, kommt doch, wie aus dem Nichts, noch irgendwo unser Gabriel angeschwommen.

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So, nun ist es also soweit. Time to say Goodbye! Ungekrönt bleibt noch immer die Läusekönigin / der Läusekönig 2014. Aber lassen sie sich einfach (liebe Leser zu Hause) noch ein wenig überraschen. Denn eines kann ich Ihnen mit Sicherheit versprechen: Keiner der Kandidaten kommt ohne ein Mitbringsel von der Insel nach Hause! …vielleicht ist da ja auch für Sie was dabei?! 🙂

 

In diesem Sinne…

 

Das Missionsteam verabschiedet sich!

 

(…und bedankt sich für 3 unvergessliche Monate! … bei unserem Unterstützerteam zu Hause (sprich: bei DIR!)…aber auch vor allem bei unserem genialen Gott, der das so ermöglicht hat! One—Two – Three! 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

FINALE!

Ja, es war der Tag des großen Finales – in Rio, und auch hier auf Pohnpei:  ein letztes Mal Schwimmen am Netpoint, ein letztes Mal Schnitzel von Raffi, ein letztes Mal gemeinsam Abendmahl Feiern, spät abends dann ein letzter Besuch von einigen aus der Gruppe bei Etwet und einigen anderen aus Salapwuk.

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Am Vorabend durften wir ein kleines Abschiedsfest feiern mit einer bunten Mischung aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus den Gemeinden, in denen wir im Einsatz waren.  Nachdem es die ganze Zeit über so war, dass die Leute uns mit Essen versorgt haben, durften wir es an diesem Abend einmal umdrehen.  Wir luden ein, und es war schön zu sehen, dass sie es annehmen konnten.  In einer fröhlichen und dankbaren Atmosphäre durften wir gemeinsam ein wenig Rückschau halten und eine Verbundenheit über gewaltige kulturelle Grenzen hinweg feiern.

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Ein besonderer Aspekt an diesem Abend war die Tatsache, dass Leute, die sonst so gut wie nie miteinander zu tun haben, weil sie nicht nur aus verschiedenen Gemeinden, sondern auch von verschiedenen Inseln kommen, beisammen waren.  Auch dass von Kindern bis ganz Alten jedes Alter vertreten war.

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Was bleibt von diesen drei Monaten?  Tonnen von Bildern, viele schöne, aber auch so manche schwere Erinnerungen, neu erworbene Fähigkeiten (so haben z.B. unsere Jungs alle gelernt, mit einer Machete umzugehen, und jeder hat in seinem Koffer mindestens ein solches Werkzeug dabei 🙂 ), Eindrücke vom Leben in einer anderen Kultur und mit viel weniger materiellen Dingen als zuhause.  Begegnungen, ja auch Freundschaften über diese kulturelle Grenzen hinweg, Menschen, die ermutigt wurden zu einem Leben mit Jesus bzw. in ihrem Leben mit Jesus.  Und hoffentlich vieles, vieles mehr, was wir jetzt nicht sehen – auch weil es in den unsichtbaren Bereich geistlicher Wirklichkeiten gehört.

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Stellvertretend möchte ich Samuel zitieren, den 70-jährigen Pfarrer von Nanmand, bei dem unsere drei Salapwuk-Jungs gewohnt haben:  Er sei beeindruckt gewesen von dem, wie die Jungs unbefangen mit jedem Kontakt gesucht haben – egal, ob es sich um gesunde oder kranke und behinderte Menschen handelt, um Kinder oder Erwachsene, um kirchliche Leute, oder Leute, die mit der Kirche gar nichts zu tun haben.  Auch dass sie sich sehr darum bemüht haben, Wort zu halten, wenn sie etwas vereinbart haben.  In beiden Dingen wolle er als alter Pfarrer von den Jungen lernen, meinte er.  Und wie vieles an Gelerntem da auf der anderen Seite bleiben wird, das können die Jungs dann so nach und nach selbst entdecken und erzählen.

Heute Nachmittag geht für uns der Heimflug los.  Bitte betet da noch besonders für uns – auch im Blick darauf, dass zwei aus unserer Mitte (Nina und Dani) in letzter Zeit nicht ganz fit waren.  Der lange Flug wird doch nochmal recht anstrengend.  In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag müssten wir dann auf dem Schloss ankommen und nach zwei abschließenden gemeinsamen Tagen dort geht es am Samstag nachhause.  Nur als kleine Warnung:  wir kommen verändert heim – wie sehr verändert, das werdet ihr und werden wir wahrscheinlich erst so nach und nach entdecken.

Ja, und bitte betet auch für die, die hier zurückbleiben.  Das Haus wird wieder ruhig werden – aber hoffentlich nicht zu ruhig.  Vielleicht hilft da das heute früh geborene Katzenbaby ein wenig – zumindest für Daniela 🙂 .

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Aus der Dschungelcampbasis

Liebe Freunde, liebe Geschwister – bekannte und auch unbekannte!

Zwar spät aber doch melden sich hiermit Petra und Daniela – die Dschungelcampbasis sozusagen.

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Es ist fast unglaublich, wie schnell diese drei Monate verflogen sind, und es wird sich hier im Haus wahrscheinlich etwas leer anfühlen, wenn unsere 11 „Fast-Insulaner“ wieder nach Hause fliegen.

Heute Vormittag war Sonntagsschullehrer-Training, das alle 3 bis 4 Monate stattfindet und normalerweise von Petra und einem Team von Einheimischen vorbereitet wird. Dieses Mal war es jedoch recht angenehm für diese Leute, da sie von Birgitt und den Bibelschülern entlastet wurden. Zum Thema „Wer bin ich?“ hielt Birgitt eine tiefschürfende Andacht, die mich persönlich wieder daran erinnert hat, wie wertvoll wir als Seine Kinder in SEINEN Augen sind! Wie oft vergesse ich das oder lasse mich durch falsche Gedanken und Prägungen von dieser Wahrheit abbringen. Wir beten, dass viele von den ca. 50 Teilnehmern im Herzen angerührt sind und eine neue Tiefe in ihrer Beziehung zu Gott erfahren und dies auch an die vielen Kinder weitergeben können.

Die Bibelschüler haben ein erfrischendes Anspiel zum Thema gehalten und diese sonst oft eher ernste Gruppe von Einheimischen aufgeheitert, auch das Lied „Who am I?“ durfte Nic sicher 8 Mal auf der Gitarre klimpern – damit man sich die Melodie auch wirklich merkt!

Auf Nukuoro

Auf Nukuoro

So viel Freude hier – und so viel Trauer anderswo: Ken kommt gerade vom Begräbnis seines Onkels zurück, der nach einem Schlaganfall seit Monaten nur mehr in einem Raum am Boden gelegen ist und sicher viele schwere Stunden des Leides hinter sich hat. Für ihn, als ein Kind Gottes, eine Erlösung und wir beten, dass durch dieses weitere Begräbnis (letzte Woche gab es sieben Todesfälle von denen wir hörten!) viele Menschen sich Gedanken über den Sinn des Lebens machen und in eine enge Beziehung mit Gott gehen.

Auf Pohnpei treffen ja Menschen verschiedenster Inseln zusammen und gerade für die Einwohner dieser Inselgruppe bzw. von diesem Atoll namens Nukuoro beten wir um geistliche Erneuerung. So viel Dunkelheit, gerade auch zwischenmenschlich ist in diesen Menschen sichtbar.

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Petra und ich hatten das Privileg vor ca. zwei Wochen mit dem Schiff nach Nukuoro zu fahren – nur halbjährlich fährt dieses Frachtschiff mit ca. 300 Passagieren und vollgeladen mit Boxen von Lebensmitteln und anderen Utensilien, die man in dieser abgeschiedenen Gegend mitten im Pazifik vermisst, in diese Gegend. Es war echt ein spezielles Erlebnis und wir kamen uns fast wie auf einem Flüchtlingsschiff vor – überall Leute.  Geschlafen wurde auf allen möglichen und unmöglichen Stellen des Frachters… wenn man überhaupt einen Platz finden konnte!

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Es war einerseits faszinierend, die Schönheit der Schöpfung Gottes zu bewundern – weißer Sandstrand, Palmen sag ich da nur… – doch andererseits auch ernüchternd zu sehen, dass man dort unter ganz anderen Umständen lebt und das nicht unbedingt einfach ist – z.B. gesundheitliche Versorgung…

Dercy (langjährige Mitarbeiterin im Kindergarten) und Ringo bemühten sich sehr, uns in diesen Tagen mit Unterkunft und Essen zu versorgen – das ist auch immer wieder was ganz Besonderes für uns, denn wer würde bei uns zu Hause sich den Stress antun, vier Besucher auf eine Reise in die Heimat mitzunehmen – obwohl man nur so selten die Gelegenheit hat selbst dorthin zu gelangen und schlussendlich nur 3 Tage mit der schon lange nicht mehr besuchten Familie zu verbringen?!

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Danke für all eure Gebete! Es ist so genial in Gottes riesiger Familie zu sein und zu wissen dass unser himmlischer VATER uns Einheit und Liebe schenkt! ER ist so gut zu uns!

Ganz liebe Grüße, Daniela und Petra

Das Dschungelcamp meldet sich zurück

 

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Nachdem alle Dschungelkandidaten die letzte Dschungelprüfung (die Besteigung des höchsten Berges Pohnpeisl) hautnah miterlebt und auch überlebt haben, melden wir uns nach einer kurzen Regenerationsphase wieder zurück aus dem Dschungelcamp.

Unsere großen und kleinen körperlichen Wunden nach unserer Dschungelerfahrung verheilen so langsam, so dass sich unsere Dschungelkandidaten  wieder  den ernsthafteren Dingen eines Missionslebens widmen können, wie z.B. dem Essen!

Nachdem vor kurzem der Notstand im gesamten Team ausgerufen wurde, da  auf der ganzen Insel kein einziges Glas Nutella mehr zu finden war, so leiden im Moment die Käseliebhaber Not.  Hat das nächste Frachtschiff den allzeit beliebten „Pepper-Jack“ -Käse dabei?  Werden wir noch lange auf diesen  Hochgenuss  und Gaumenschmaus warten können? Und kann ein Calcium-Defizit durch Käsemangel nicht auch weitreichende körperliche Konsequenzen mit sich bringen? Fragen, die den Missionsalltag unserer Kandidaten aufwühlen.

Beim Thema Essen überraschte uns aber nicht nur der fehlende Käse, auch unser Starkoch Rafael kam neulich (zum Entsetzen aller!) nach seiner Einkaufstour mit 2 Brotfrüchten nach Hause, die er uns dann anschließend ernsthaft (!) zum Mittagessen servierte! Lieber Rafi, kleiner Tipp am Rande: Die Brotfruchtsaison dauert gefühlt eeeewig – und sie wird nicht schneller vergehen, nur weil du die Brotfrüchte aufkaufst! Danke trotzdem für dieses kulinarische Highlight, aber das nächste Mal nehmen wir dann wieder das Schnitzel! 🙂

Rafi: Bibeltreu in allen Lebenslagen!

Rafi: Bibeltreu in allen Lebenslagen!

Nicht nur Rafi mit seiner kulinarischen Anpassungsfähigkeit macht uns Sorgen. Auch für Gabriel muss intensiv gebetet werden, vor allem wenn er mit dem Auto unterwegs ist! Denn wenn man auf den Straßen von Pohnpei nur noch eine Staubwolke sieht, die Hähne und Hunde schon totgefahren sind und sämtliche Kinder sich nur noch in die Straßengräben retten können, dann weiß man, dass unser Gabriel mal wieder unterwegs ist.

Die Strassen auf Pohnpei. Alles noch in Ordnung - BEVOR Gabriel kommt!

Die Strassen auf Pohnpei. Alles noch in Ordnung – BEVOR Gabriel kommt!

Todesmutig ist aber nicht nur unser Gabriel unterwegs.  Auch einige unserer anderen Kandidaten geben alles für ihr Heimatland, indem sie sich nachts um 3:00 Uhr aufmachen, um mit Popcorn bewaffnet  die deutsche Nationalelf zu unterstützen.  „Jawohl! Wir sind Deutschland!“…und nur die ganz todesmutigen Kandidaten wagen es nachts um 3:00 Uhr zu jubeln. 🙂

Eine ganz besonders positve Bewertung bekommt in dieser Woche jedoch unser jüngstes Teammitglied Anton. Er macht große Fortschritte als Küchenhilfe und hat sich erst heute die Ehrenkarotte verdient!  „Toni der Karottenreiber“ – ein Ehrentitel, den wahrlich nur einer tragen kann! Herzlichen Glückwunsch!!!! …wir und die Karotten wollen dich in unserem Team nicht missen!

Toni, der Karottenreiber!

Toni, der Karottenreiber!

Tja, so vergeht die Zeit im Dschungelcamp und es wird uns immer wieder schweren Herzens bewusst, dass es in 2 Wochen schon wieder nach Hause geht. Doch spannend bleibt es natürlich bis zum Ende, denn wer den Titel des Dschungelkönigs oder der Dschungelkönigin 2014 absahnt, ist noch immer unklar.

Ein spannendes Kopf an Kopf Rennen erwartet uns in den verbleibenden Tagen. Denn keiner sieht im Lokal-Dress so gut aus wie Michal und Franzi….

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und niemand kann so viel Reis essen wie Anton

und niemand kann so schnell pohnpeische Lieder lernen wie unsere liebe Dani

und niemand träumt bei türkisem Meer und gefühlten 40 Grad von Schnee wie unsere verrückte Franzi.

Wer will hier schon Schnee haben???? - FRANZI!

Wer will hier schon Schnee haben???? – FRANZI!

Außerdem steht noch immer die Krönung der Läusekönigin (oder gibt es am Ende gar den Läusekönig Rafi ???) aus…es ist also noch alles drin und – liebe Zuschauer und Freunde zu Hause am anderen Ende der Welt – es bleibt spannend.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Nic

Generalprobe Jugengottesdienst

Seid gegrüßt, ihr aus dem weit entfernten Europa,

vor ein paar Tagen war ich an einem süßen kleinen Stand eine Kokosnuss kaufen. Dann hat mich die Verkäuferin (sie war noch relativ jung) gefragt, wo ich denn herkomme. Ich sagte: „I come from Germany“. Daraufhin fragte mich die Verkäuferin:  „Is Germany close to Europe?“ Ich musste leicht schmunzeln und antwortete: „ It´s in the middle of Europe!“. Fand ich irgendwie witzig.

Wir hatten vor zwei, drei Wochen ja ein “Kulturtief“ in unserer Gruppe. Und ich find es fett, dass ich euch mitteilen darf, dass wir gemeinsam das Tief überwunden haben. Wir mussten viel miteinander reden und an uns arbeiten, doch ich habe das Gefühl, dass wir nun besser mit der Kultur umgehen können, Dinge die wir nicht ändern können, lassen wir stehen und wir haben auch wieder mehr Spaß im gesamten Team. Natürlich läuft nicht alles perfekt und wir müssen immer noch viel reden, aber das ist normal. Mich freut es ganz besonders, dass wir im Team Salapwuk, jetzt ganz angenommen sind und voll integriert werden. Wir können viel offener mit den Leuten reden und auch mal Witze machen. Ich hab auch das Gefühl, dass die Jungs in Salapwuk uns jetzt anerkennen und viel mehr mit uns machen. Schade ist nur, jetzt da wir uns so gut verstehen, dass wir in drei Wochen, die Insel wieder verlassen. Aber daran will ich gar nicht denken. Es gibt noch einiges zu tun.

Salapwuk Jungs und Mädels

Salapwuk Jungs und Mädels

Nahna Laud Gipfel  (Höchster Berg von Pohnpei)

Nahna Laud Gipfel
(Höchster Berg von Pohnpei)

Wir haben  im Team einen evangelistischen Jugendgottesdienst ausgearbeitet, den wir in jeder Gemeinde in der  Teams stationiert sind, abhalten möchten. Das sind noch vier Gottesdienste, von denen wir sehr viel erwarten. Auch von Gott erwarten wir sehr viel, dass er da die Jugendlichen ganz tief im Herzen anspricht, durch das was wir verkündigen, wie wir Gott loben und wie wir überhaupt als Team auftreten. Wir hatten letzten Freitag schon eine Generalprobe. Nämlich in der Kepinle Gemeinde, in der die Nic immer Sonntagschule und die Jugendgruppe leitet. Es waren ca. 30 Jugendliche da. Natürlich läuft beim ersten Mal nicht alles rund, doch für das erste Mal war es gut. Die Jugend hat unsere neuen englischen Lieder super mitgesungen und sie haben den Eindruck gemacht, dass es ihnen echt gefallen hat. Wir haben ca. 10 Lieder, ein Anspiel von Rafael, Franzi, Nina und zwei kurze Inputs von Nic und Lukas. Das Anspiel kam super an! Die Jugendlichen haben sich teilweise nicht mehr einbekommen vor Lachen

Lobpreis

Lobpreis

Lukas bei der Verkündigung

Lukas bei der Verkündigung

Richtig schön war auch, dass zwei aus einer anderen Gemeinde, die eigentlich eine ganz andere Sprache sprechen, auch zu dem Gottesdienst gekommen sind. Die Ni c hat vorher dazu eingeladen, da sie auch dort ein Jugendkreis hat, wir aber nicht die Möglichkeit haben, dort unseren Gottesdienst abzuhalten.  Es ist nicht selbstverständlich, dass sie einfach so in eine andere Gemeinde zum Gottesdienst gehen, weil sie gesellschaftlich sehr weit unten sind, da sie von einer Nachbarinsel kommen. Umso schöner war es, zu sehen wie die Gemeinde die zwei aufgenommen hat.  Ein besonderes Lob gilt da auch der Franzi, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die zwei durch den Abend zu begleiten! Doch ich find wir können alle stolz sein, auf uns selbst und vor allem auf unseren Herrn! Wir haben im Nachhinein nochmals besprochen was gut und schlecht war und hoffen, dass wir beim nächsten Mal, die Dinge umsetzen können.

Bitte betet für die Jugendabende und auch für das Kids-Holiday-Programm das wir teilweise in unseren Gemeinden abhalten. Das geht bis zu drei Tage am Stück und wird immer von den jeweiligen Teams in den Gemeinden geleitet.

Hier sind die Termine, damit ihr zeitnah beten könnt!

Jugendgottesdienste mit ges. Team:

29.06. in Sokehs Pah (Team Franzi, Michal)

05.07. in Nanmand (Team Rafael, Markus, Gabriel)

06.07. in Dien (Team Nina, Daniela)

11.07. in Wapar (Team Lukas, Anton)

 

Kids-Holiday-Programm:

24.06. im Kindergarten von Petra (geleitet von Markus, Franzi, Michal)

26.-27. 06. in Salapwuk (Team Markus, Rafael, Gabriel)

26.-27.06. in Danpei (Team Franzi, Michal)

03.-05. 07.in Dien (Team Nina, Daniela)

08.07. im Kindergarten von Petra (Leitung noch unbekannt)

Anspiel

Anspiel

Betet auch bitte weiterhin für die Nina, sie hat immer noch große Schmerzen und sie weiß nicht ob sie so wieder in die Gemeinde zurück kann. Ich muss ganz ehrlich sagen, langsam bin ich auch etwas wütend, warum der Herr nichts macht. Wir beten schon so lang dafür und es passiert nichts. Bitte bleibt da dran!

 

Ich könnt noch einiges mehr erzählen, aber ich glaub das reicht jetzt mal.

Vielen Dank für alle Gebete und euer Mitfiebern. Ich hoffe eure WM-Stimmung ist besser als unsere hier. Wir können nicht einmal jubeln, wenn wir nachts um drei Uhr oder morgens um 6 Uhr, die Spiele anschauen (soweit wir sie überhaupt sehen können…). Sonst würden wir ja alle anderen wecken. Naja, da müssen wir durch.

 

Gott segne Euch,

Gabriel

Das wirkliche Dschungelcamp

‚Kommen sie noch vor Einbruch der Dunkelheit aus dem Dschungel zurück?‘  Gebannt schaue ich (Birgitt) zusammen mit ein paar Kindern und jungen Frauen aus Salapwuk in die Richtung, aus der die Gruppe zurückkommen sollte…  Gestern in der Früh sind sie aufgebrochen, zum Nahna Laud, dem höchsten Berg Pohnpeis (ca. 900 Meter hoch, aber durch unwegsamen tropischen Regenwald hindurch).

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Es wird dunkel, immer wieder kommt ein Regenguss runter, und sie sind immer noch nicht da.  Stunde um Stunde vergeht ohne jegliches Lebenszeichen.   Dann der erlösende Schrei um Mitternacht:  Sie sind da!!!  Alle siebzehn – fünf Leute aus Salawpuk, zwei junge Männer aus dem Jugendkreis in Nanmand und ‚unsere Zehn‘ – d.h.  Nic und die Bibelschüler.  Dreckig, nass, total k.o., aber… – doch lassen wir sie selbst erzählen:

Michal:  ‚Eine Tour, wie wir sie nie vergessen werden:  neun Stunden rauf im Regen, eine Nacht in einer Höhle, Schlafen wie die Sardinen, Backstreet Boys zum Einschlafen, Beten zum Aufwecken, kopfüber im Bach Haare waschen, 15 Stunden am Stück für das Finale zum Nahna Laud und zurück!  Und wie wir den Sieg des Dschungelcamps alle im Schweiße unseres Angesichts errungen haben!‘

 

Edward - unser Dschungel-Guide!

Edward – unser Dschungel-Guide!

Rafael:  ‚Mein persönliches Highlight war, dass am Mittwoch das ganze Team gesehen hat, wo und bei wem wir drei ‚Salapwuk-Jungs‘ so wohnen.  Vor allem aber fand ich es schön, dass alle den Samuel und dessen Sohn Edward näher kennengelernt haben.  Die beiden sind mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen. – PS zur Tour als solcher: Mein Körper ist 24 Jahre jung und hat keine Grenzen!  Am kommenden Samstag wollen Gabriel und ich mit ein paar der Salapwuker Jungs an einem einzigen Tag rauf und runter gehen. 🙂 ‚

Dani:  ‚Mit einem ganz besonderen Geschenk hat mich bzw. uns der Herr Jesus während dieser zwei Tage die ganze Zeit umgeben:  die unglaubliche Schönheit der Natur!  Einfach atemberaubend wie vielfältig und bis ins Detail hinein der Herr den Dschungel gestaltet hat.  Mit was für einer Sorgfalt er jedes Pflänzchen ausgestaltet hat – und das alles nur, damit ich mich daran freuen kann.  Seine Kreativität kennt wirklich keine Grenzen.  Darin zeigt er voll sein Wesen und drückt seine Liebe zu mir aus.  Er hat mir damit nochmal neu vor Augen gehalten, was der Vers aus Jesaja 43,19a wirklich heißt: „Siehe, ich will ein Neues schaffen; jetzt wächst es auf.  Erkennt ihr’s denn nicht?“  Was für eine Ermutigung, wie Gott auch in der Gegenwart und in meinem Leben am Werk ist!‘

Nina:  ‚Mein persönliches Highlight war ja die Musikeinlage am Abend in der Höhle von unserem Guide:  Backstreetboys aus seinem Handy, dazu sein Gesang und Nic und meine Tanzeinlage… 🙂 ‘

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Gabriel:  ‚Ich habe mich sehr gewundert, wie groß der Felsen war, unter dem wir geschlafen haben.  Während die meisten von uns sich ziemlich schnell schlafen gelegt haben, bereiteten die Salapwuker Jungs noch Sakau zu.  Ich wollte noch nicht schlafen gehen.  Somit habe ich mich zu ihnen gesetzt und eine richtig schöne Zeit mit den Jungs genießen dürfen.  Sozusagen die schöne Seite des Sakau 🙂

(Anmerkung der Redaktion:  Sakau, auch Kawa genannt, ist ein lokales narkotisches Getränk.  Früher war die Verwendung des Sakau auf wichtige religiöse und politische Momente beschränkt, wird aber immer mehr zu einer Alltagsdroge für viele Pohnpeier.  Von der Kirche ist der Genuss von Sakau allerdings verboten, was uns aber nicht davon abhalten muss, mit den Leuten, die dabei vielfach recht offen sind, zusammen zu sitzen.)

Markus:  ‚Mein persönliches Highlight war die Zeit mit der Gruppe zusammen – die Gemeinschaft und der Zusammenhalt auch wo es schwierig geworden ist.  Auch die Zeit mit den Jungs aus dem Jugendkreis und aus Salapwuk zu verbringen.‘

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Nic:  ‚Was mich auf dem Weg zum Gipfel besonders motivierte, war die Vorfreude auf einen grandiosen Ausblick über den Dschungel und das Meer.  Nicht nur einmal hab ich mir, im Matsch versunken und nass vom Regen, dieses Bild vor Augen gemalt.  Als unser Guide dann, am Gipfel angekommen, mit den Worten „Imagine, there is the ocean (Stellt euch vor, da ist das Meer)!“ auf eine dicke Nebelwand zeigte, wusste ich nicht, ob ich jetzt lachen oder weinen sollte.  (Aha, so fühlt sich also die Arschkarte an!)  Ich wollte mir den Ozean nicht vorstellen – ich wollte ihn sehen!!!  Umso genialer war der Moment, als die Wolkenwand weichen musste und wir das Meer sehen durften.  Jubel und Begeisterung machten sich in der gesamten Gruppe breit, und auch wenn der geniale Ausblick nur ca. eine Minute andauerte, so hatte es sich gelohnt.  Wir danken unserem Gott für diesen kurzen, aber genialen „Durchblick“.‘

Da ist der Ozean!!!

Da ist der Ozean!!!

Franziska:  ‚Für mich war es schön zu merken, wie wir als Team funktionieren.  Ich bin sehr dankbar, dass ich mitgehen konnte, denn ohne die Hilfe, Unterstützung und Geduld der anderen hätte ich es nicht geschafft.  Ich musste keine Sachen tragen, durfte als erste gehen, um das Tempo zu bestimmen und ausreichend Pausen zum Luft holen machen. – Danke, ihr seid spitze!  Dank eurer Hilfe bin auch ich auf dem höchsten Berg Pohnpeis gewesen.‘

Anton:  ‚Ich bin wieder einen Schritt näher an die mikronesische Kultur herangetreten, und das im wörtlichen Sinne:  Für mich war es ein gigantischer Erfolg, diesen Berg mit Flip Flops zu bezwingen!  Mich als Österreicher erfüllt es mit Stolz, dies nun mit den Pohnpeiern gemeinsam zu haben.‘

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Lukas:  ‚Auf dem Rückweg vom Nahna Laud kamen wir in die Dämmerung hinein und dann in die Nacht.  Also, besonders lustig ist es ja nun nicht, zu siebzehnt mit insgesamt nur 5 Taschenlampen durch Regen, Schlamm, ein Bachbett nach dem anderen und über Stock und Stein zu steigen, zu stolpern und zu schlittern.  Aber für uns als Gruppe war es jedenfalls ein Erlebnis.  Gemeinsam kämpften wir uns insgesamt 5 ½ Stunden durch den dunklen Dschungel, bis wir um Mitternacht dann endlich im Dorf ankamen.  Die Erleichterung war groß!‘

Basis-Bericht

 

 

Liebe Welt da draußen….

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Nach all den Berichten aus den verschiedenen Dörfern kommt nun ein Einsatz- Bericht aus der Basis hier in Kolonia. Ich muss schon sagen, so ab und zu bin ich schon ein bisschen traurig, wenn mich immer mittwochs  die einzelnen Teams verlassen und ich hier mit Birgitt, Petra und Daniela an unserer Basis zurückbleibe. Doch wenn dann wieder die Einsatzzeit für die Teams losgeht, startet auch hier für uns an der Basis „der Ernst des Lebens“ :-).

Dass mir in meiner Schlossarbeit zu Hause die Migranten- und Flüchtlingsarbeit besonders am Herzen liegt ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Umso genialer ist es für mich zu sehen wie Gott auch hier auf einer so kleinen Insel für mich diesbezüglich Türen geöffnet hat.  Gott beweist wieder mal sehr viel Humor, denn es ist im Moment so, dass ich auch hier auf Pohnpei  unter Migranten eingesetzt bin:-).

Um genau zu sein darf ich zwei Jugendkreise begleiten, die jeweils zu Gemeinden gehören, die von anderen Inseln sind und somit hier als „Ausländer“ auf Pohnpei leben.

Diese zwei Gemeinden sprechen beide kein Pohnpeisch – … was für mich persönlich ja nicht weiter schlimm  ist, denn so lang sie mein Englisch verstehen kommen wir ganz gut miteinander klar…🙂

Besonders ans Herz gewachsen sind mir „meine“ Mokilis.

Mokili-Kids...jeahhh

Mokili-Kids…jeahhh

Bei ihnen bin ich immer donnerstags zur Kinderstunde und Samstag abends zum Jugendkreis. Die Mokilis stammen von der Insel Mwoakilloa und sind ein sehr aufgewecktes und eher lautes Völkchen 🙂.

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Nachdem ich doch immer wieder sehr mit der zurückhaltenden Art der Mikronesier zu kämpfen habe, bin ich Gott ganz besonders dankbar, dass ich auf diese Inselgruppe hier treffen durfte. (Laut und Laut gesellt sich eben gern 🙂 ) Jeden Donnerstag  „kämpfe“ ich hier  mit 50 energiereichen Kindern, die es lieben Theater zu spielen und zu singen.

Es ist immer wieder schwierig, mich gegen diese Meute durchzusetzen, aber es macht einfach jedes Mal Mega Spaß, wenn man sieht, wie die Kinder sich freuen und wie sie bei den biblischen Geschichten mitleben und mitfiebern.

...im Jugendkreis mit Raffi

…im Jugendkreis mit Raffi

Der andere Jugendkreis (neben dem Mokili-Jugendkreis) befindet sich in Pohrakiet. Diese Gruppe ist eher zurückhaltender, aber dort gibt es eigentlich keinen Jugendkreis, also ist es quasi ein „Pilotprojekt“.  Jeden Freitag treffen wir uns mit den Jugendlichen und machen eine Art Glaubensgrundkurs.  Im Moment kommen um die 15 Jugendliche (hauptsächlich Mädels) und wir haben meistens eine echt gute Zeit zusammen.

Was in letzter  Zeit im Bezug auf meine Einsätze für mich persönlich sehr schwierig war, war die Tatsache, dass ich allein war und mir das „One-Man/Woman-Team“  von meiner Persönlichkeit her leider nicht wirklich gut liegt. Noch nie war mir so sehr bewusst, wie wichtig für mich Gemeinschaft und Teamwork ist und noch nie vorher wurde mir so bewusst, was für eine große Rolle Kommunikation in meinem Leben spielt. Nicht nur einmal hab ich hier schon die Krise gekriegt, weil man sich mit so vielen Leuten einfach nicht verständigen kann, weil sie kein Englisch sprechen. Das deprimiert mich immer wieder und fordert heraus andere Kommunikationswege auszuprobieren  🙂 .

Umso dankbarer bin ich die letzten Tage dafür, dass ich zur Unterstützung bei den ganzen Kreisen nun immer wöchentlich im rotierenden System (🙂…ja, auch wir haben ein System!) einen der Salapwuk-Jungs (Gabriel, Raffi oder Markus) zur Seite gestellt bekomme. Ich bin Gott echt sehr dankbar für die Jungs, denn 50 Kids zu bändigen ist zu zweit wesentlich einfacher 🙂 .

Raffi bei der Arbeit!

Raffi bei der Arbeit!

Ich bin gespannt wie es weitergeht… Wir haben immer gesagt, dass wir das tun wollen was Gott uns vor die Füße legt… und zu unserer großen Überraschung liegt da einiges vor unseren Füßen 🙂 .

Ihr seht also, wir sind auf eure Gebete angewiesen .

Ich grüße euch und find‘s super zu wissen, dass so viele für uns beten, an uns denken, unseren Blog lesen und somit mit dabei sind!

DANKE!

Eure Nic

News von der Sokehsinsel

(die Sokehsinsel ist durch eine Brücke mit der Hauptinsel Pohnpei verbunden)

Hallo nun auch mal von mir!

Nachdem wir in den letzten Wochen in Mwalok (auf der Ostseite der Sokehsinsel) eine Beerdigung,  eine Kindersegnung im Gottesdienst und eine Hochzeit miterleben durften, wurde am vergangenen Samstag nun auch noch ein Fest mit viel Tradition extra für uns veranstaltet.

Wir durften uns am Kokosnuss Raspeln versuchen, haben bei der Schlachtung eines Schweines zugesehen, das anschließend auf einem Berg aus heißen Steinen gebraten wurde, und die Kinder und Frauen haben uns jeweils einen traditionellen Tanz vorgeführt.

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Ich habe es sehr genossen und mich gefreut so viel vorgeführt und gezeigt zu bekommen. Das Fest wurde für uns von Gemeindemitgliedern veranstaltet, die kein Amt in der Kirche haben, aber trotzdem etwas für uns tun wollten. Es war ein sehr herzliches Willkommen-Heißen dort.

Auch die Beerdigung war so ganz anders als bei uns. Michal und ich wurden mit zum Haus des Bruders des Verstorbenen genommen, wo der Tote aufgebahrt war und noch auf die Ankunft der Tochter gewartet wurde. Dabei wurden immer wieder Lieder aus dem Gesangbuch gesungen. Ich fand es zum einen schön wie ’selbstverständlich‘ hier mit dem Tod umgegangen wird – z. B. wurden die Kinder auch mit reingenommen -, aber es war natürlich auch sehr schlimm für die Familie. Sie haben hier auch eine andere Art zu weinen – viel lauter und schreien den Schmerz eher raus. Für mich persönlich eine sehr interessante Erfahrung, die insgesamt für uns 7 Stunden gedauert hat.

Die Hochzeit dafür war um so kürzer, es gab einen Gottesdienst, mit viel lila Schmuck, der ca. 40 Minuten dauerte. Danach wurde an alle, die zum Gottesdienst gekommen waren, noch eine Tüte mit Soda und einer Donut verteilt. Was mich danach aber etwas irritiert hat, war, dass der Bräutigam 2 Stunden später umgezogen ohne Braut auf der Straße vor der Kirche stand. – Es ist anders… 🙂

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Vorletzte Woche durften wir  dann nach vielen Missverständnissen am Samstag mit den BaseX-Lektionen bei der Jugendgruppe anfangen. Ich freu mich dass das geklappt hat und hoffe dass es auch weiterhin funktioniert.  Auch die Sonntagsschule mit den Juniors hat gut geklappt. Letzte Woche durften wir dafür unsere Spontanität zeigen, denn statt unser Programm mit den Juniors zu machen, wurden  wir gebeten, mit der Gesamtgruppe ein Quiz zu machen, ähnlich wie wir es bereits mit ihnen an einem Spielenachmittag gemacht hatten. Auch der Sonntag lief ähnlich ungeplant:  da nicht alle Sonntagsschullehrer kamen, wurde nur kurz gesungen und gebetet und dann war schon wieder Ende.  Aber Gott ist groß! Danach kamen 2 Mädels zu uns hoch und Michal hat ihnen die vorbereitete Geschichte vorlesen und mit ihnen singen können.

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Diese Woche gehen wir nun in die Nachbargemeinde nach Sokehs Pah (auf der Westseite der Sokehsinsel). Es wäre voll schön, wenn ihr besonders dafür betet, da wir noch nicht wissen, was wir machen können und was von uns erwartet wird.

Ich habe auch immer noch Schlafprobleme und merke wie sehr mir der Schlafmangel meine Kräfte raubt, es fällt mir dadurch viel schwieriger Dinge zu verarbeiten. Bitte betet doch auch dafür!

Vielen Dank!

Franzi

Die etwas andere Seite – Teil 2

Kulturschock und der eigentliche Grund für unser Hiersein

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Wir sind nicht ohne Grund hier. Von vielen kaputten Familienverhältnissen habe ich den Bibelschülern im Vorfeld erzählt, von Kindern und Jugendlichen, die nie die Liebe und Geborgenheit erleben, die für eine gesunde Entwicklung notwendig wären, von einer Kirche, die oft nicht Evangelium, sondern Gesetz predigt, von den vielen Alkohol-, Drogen- und Suizidproblemen,… Und das holt uns alle hier nun auch kräftig ein. Neben allem, was interessant und zum Teil auch witzig ist in der Begegnung mit der so anderen Kultur, es gibt auch vieles, was frustriert, was sehr betroffen und manchmal auch zornig macht:

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Da ist z.B. der Frust, wenn man in einem Gottesdienst sitzt, in dem man kein Wort versteht. Und niemand, der sich neben einen setzen würde, um einem wenigstens die wichtigsten Dinge zu übersetzen! Am vorletzten Sonntag hat Nic darüber echt die Krise gekriegt. Dabei saß sie neben mir … – allerdings in einer Gemeinde, in der nicht Pohnpeisch, sondern Kapingamarangi gesprochen wurde, wo ich also selbst auch so gut wie nichts verstanden habe 🙂 . Die Bibelschüler haben das jeden Sonntag – und müssen oft froh sein, wenn sie mitkriegen, welches der Predigttext ist. Nicht leicht…

Auch sonst geben anhaltende Verständigungsprobleme immer wieder Anlass für ziemlichen Frust. Da haben Michal und Franzi in Mwalok nun endlich einen Termin für den Jugendkreis ausgemacht – nur um dann doch wieder alleine vor Ort zu sein und sich dann doch erst am nächsten Tag mit den Jugendlichen treffen zu können. Oder man stellt Fragen, und die einzige Antwort die kommt ist ‚It’s up to you!‘ – was so viel heißt wie ‚Macht ihr mal – aber ob das für uns auch so passt, das sagen wir euch nicht, das seht ihr dann (vielleicht) an unseren Reaktionen…‘ Trauen sie sich nicht, uns zu sagen, was sie wirklich denken? Warum ist das sooo kompliziert???

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Oder das mit dem Essen: dass da manches fremd ist (siehe die Kommentare zur Brotfrucht aus Salapwuk 🙂 ) und man oft trotzdem so tun muss, als würde es einem gut schmecken, das ist die eine Herausforderung. Aber die andere ist die, dass die Bibelschüler als Ehrengäste in vielen Situationen so gesondert behandelt und versorgt werden, dass es auch einer gewissen Isolation gleicht kommt. Stell dir vor: das Essen wird gebracht und dann sollst du essen, während die Leute dir zuschauen. Sie selbst essen erst nach dir, und mit der Zeit weißt du auch, dass sie auf deine ‚Reste‘ warten. Sie dazu zu bewegen, dass ihr miteinander esst, ist oft nicht möglich. Und wenn sie dann während du isst, auch nicht mit dir reden, sondern schweigend zuschauen oder nur untereinander reden, dann ist es schwer, wirklich mit gutem Appetit zu essen.

Tiefere Betroffenheit und auch Zorn lösen allerdings in nahezu allen Teams die immer wieder kehrenden Beobachtungen über den Umgang mit Kindern aus. Kinder, die ganz oft einfach nur als lästig weggeschickt oder zum Teil auch willkürlich geschlagen werden. Und selbst dort, wo sie wirklich etwas ‚ausgefressen‘ haben, kennen manche Eltern in ihrem Zorn kein Maß, und du siehst die blauen Flecken an den Kindern, wenn sie am nächsten Tag in die Kinderstunde kommen. Dann hörst du z.B. das Schreien eines Kindes aus dem Nachbarhaus – und es ist eindeutig kein Zorngeschrei, sondern Angst und Schmerz, was darin zum Ausdruck kommt. Außerdem hörst du die Schläge… Das tut dir selbst weh, und es macht zornig – aber dann spürst du wieder deine Hilflosigkeit, weil du weißt, du kannst nicht wirklich etwas verändern.

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Mir selbst geht es derzeit immer wieder mit alten Leuten so, dass ich heulen könnte, wenn ich sehe, wie unversorgt manche von ihnen sind. Ngulitl z.B., eine ganz liebe alte Frau, mit der ich früher immer wieder Kinderprogramme gestaltet habe. Sie hat acht Kinder zur Welt gebracht, und dennoch ist sie jetzt als Witwe mit ihren 77 Jahren heimatlos. Keines ihrer sieben noch lebenden Kinder ist in der Lage und/oder bereit, ihr für den letzten Abschnitt ihres irdischen Weges die Geborgenheit zu geben, die sie jetzt, wo sie immer schwächer wird, so dringend bräuchte. Kein Wunder, dass sie Angst hat und die Tränen kommen, als sie mir davon erzählt.

Diese und so manche anderen Dinge machen uns allen ziemlich zu schaffen. Ein Teil davon hat mit dem ganz normalen Kulturschock zu tun, aber anderes geht tiefer und rührt deutlich an den Grund für unser Hiersein. Freude, Liebe und Licht – d.h. das Evangelium, unseren Herrn Jesus Christus – in so manch eine dunkle Situation hineinzutragen. Aber dafür braucht es zwei Dinge, für die wir euch bitten ganz besonders zu beten:

  • dass wir selbst unseren Herrn tagtäglich erleben, Seine Stimme hören und uns als von IHM Beschenkte erfahren
  • …und dass wir das (normale!) Tal im Prozess der Kulturanpassung möglichst bald hinter uns lassen können, so dass das Fremde an den Menschen uns nicht mehr so sehr irritiert, dass wir es innerlich abwehren müssen, dass wir möglichst bald dorthin kommen, wo die kulturellen Dinge vertrauter werden und wir das Fremde auch wieder als bereichernd erleben können. Damit werden wir dann auch frei, um uns auf den eigentlichen Grund für unser Hiersein zu konzentrieren.

Danke für euer interessiertes Begleiten und Beten!

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News aus dem Dschungeldorf Salapwuk

„Griaß eich do drüben“!

Heute darf ich euch bissl was aus Salapwuk erzählen. Also, wir verstehen uns inzwischen schon echt gut mit den Menschen in Salapwuk. Vor allem mit Samuel und seinem Sohn Edward, der auch der Leiter der Jugend in der Gemeinde von Nanmand ist und uns an den Samstagabenden viel Handlungsfreiheit gibt. An den Samstagen versuchen wir so gut wie es geht Kontakt zu den Jugendlichen aufzubauen.

Edward Washington

Edward Washington

Wir haben auch die Möglichkeit bekommen in der Schule den Kindern und den Lehrern ein paar Brocken Deutsch beizubringen.

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Was eigentlich eine witzige Geschichte ist, denn ich bin in Deutsch eine richtige Niete, und jetzt soll denen Deutsch beibringen 🙂 ! Aber es macht viel Spaß mit den Kids deren absolutes Lieblingswort „Wasserbüffel“ ist.

Kaniki Washington beim Deutschunterricht

Kaniki Washington beim Deutschunterricht

Letzte Woche wurden wir 3 Jungs in die Familie aufgenommen und heißen somit „Nahlek (Gabriel), Laban (Markus) und Kaniki (Rafael) Washington“ 🙂 Bei dieser Adoption bekamen wir auch Geschenke in Form von Kokosnüssen, Bananen und natürlich BROTFRUCHT in beträchtlicher Menge. Die Petra versteht es, die Brotfrucht richtig zu verarbeiten und macht Chips daraus, welche echt lecker sind und die ich zu Hause sicher vermissen werde.

Also in diesem Sinne!

Im Namen der Washington Brüder vielen Dank für eure Gebete und

Habe dere!“

Rafael, alias Kaniki Washington

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