Leben im Überfluss – die Zeit in Albanien

Ich aber bringe Leben- und dies im Überfluss.

(Joh. 10,10)

Beim Lesen dieses Verses stellt sich mancher Leser vielleicht auch die Frage, wie dieses Leben im Überfluss aussieht, von dem Jesus hier spricht. Wenn ich an die drei Wochen Albanien denke, die wir jetzt hinter uns haben, passt dieser Vers aus meiner Sicht perfekt als Überschrift.

Ich habe es genossen, mit dem Fokus auf Jesus auf dem Camp zu dienen. Es war mir wirklich eine Freude in der Küche mit anzupacken und bei manch anderen Aktivitäten als Helfer dabei zu sein. Wir durften Menschen kennenlernen, die für mich wirklich zu Vorbildern geworden sind. Hierzu gehört für mich Eric, der mit einer Ruhe und Weisheit die Camps leitet. Aber auch Mitarbeiter wie Julie, Rodina und Irdi, die jede Woche aufs Neue voller Freude die Kinder auf dem Camp willkommen heißen. Und nicht zu vergessen die Frauen in der Küche, die so eine Liebe ausstrahlen und das Camp mit tollem Essen versorgen.

Es war wirklich cool, Teil einer Kultur zu sein, die beziehungsorientiert ist und so viel Leben in sich trägt. Gerade die albanischen Tänze, die jeder dort von Kind auf lernt, sind einfach der Hammer. Und es war schön zu sehen, wie viel Segen auf diesem Camp liegt, zu dem jedes Jahr über 1.500 Kids und Teens aus dem ganzen Land kommen. Der Segen bleibt aber nicht nur auf dem Camp, sondern verändert auch Erseka. So werden beispielweise einige ältere, bedürftige Menschen jeden Tag mit Essen versorgt. Für mich persönlich war es auch wertvoll, viel Zeit mit Gott verbringen zu können, auf seine Stimme zu hören und für andere zu beten.

In unserer letzten Campwoche waren wir nur „Teilzeitkräfte“, weil wir am Ende der Woche einen kurzen Albanientrip machen durften. Und so haben wir den Mitarbeitern eine Freude gemacht, indem wir bis Mittwochvormittag den im Camp so ungeliebten Spüldienst übernommen haben.

Am Mittwoch hieß es dann Abschied nehmen, was einigen von uns doch schwer gefallen ist. Uns ist so viel Dankbarkeit entgegen geströmt, was mich persönlich sehr bewegt hat. Eric meinte, dass unser Einsatz Spuren hinterlassen wird auf dem Camp und bei den Mitarbeitern, von denen einige zu der 1. Generation an Christen in Erseka gehören. Fraglich bleibt für mich persönlich, ob nicht der Albanien Einsatz bei mir mehr Spuren hinterlässt als umgekehrt. Umso schöner ist es, wenn beide Seiten gesegnet sind. Natürlich könnte ich an dieser Stelle auch über die Schattenseiten dieses Landes berichten, aber ich möchte bewusst auf die Schönheit schauen und auf Gottes Licht, das dort scheint.

Unser Kurztrip hat uns nach über 4 Stunden Fahrt durch die vielseitige und wunderschöne Landschaft Albaniens nach Vlora an den Strand geführt. Für uns als Team war es, trotz einiger Krankheitsausfälle, ein schöner Abschluss des Albanieneinsatzes. Es war cool gemeinsam Zeit zu haben, am Strand zu sein, das Meer zu genießen, gut zu Essen etc. Ein letztes Highlight war die Rückkehr zum Camp vor unserer Abreise. Die Mitarbeiter haben uns herzlich empfangen und wir konnten nochmal mit Tänzen die Zeit abschließen.

Vielen Dank für eure Gebete. Wie ihr hoffentlich herauslesen konntet, hat Gott sie erhört. Nun sind wir zurück am Schloss und verbringen hier bis zur Abreise am Freitag unsere letzten Tage. Bitte betet für Gesundheit, auch innerlich gutes Ankommen und dafür, dass die Zeit sowohl für uns als auch die Mitarbeiter hier zum Segen wird.

Liebe Grüße,

David