Ein Stück Himmel auf Erden

Bevor du weiterliest, bitte ich dich, einen Moment inne zu halten, um dir zu überlegen, wo es in deinem Leben Momente gab, bei denen du anschließend sagen konntest:

„Wow, hier durfte ich ein Stück Himmel auf Erden erleben“.

Genau diese Aussage beschreibt das Erlebte von uns letzten Sonntag als Team und mir persönlich – und da möchte ich dich nun in zwei konkrete Erlebnisse mit hineinnehmen.

Einmal im Monat findet in Arkeden, auf dem Gelände der dortigen Kirchenburg, ein gemeinsamer Gottesdienst mit anschließendem Beisammensein für alle Mitarbeiter der Arbeit vor Ort statt. Dieser Tag soll dazu dienen, gemeinsam Gott zu loben und ihn zu ehren, Gemeinschaft zu pflegen und es soll ein Tag der Wertschätzung und des Danke-Sagens für die Mitarbeiter und ihre Arbeit sein.

Damit es nicht zu einem Fest wird, an dem die Personen, denen gedankt und die beschenkt werden sollen, selbst arbeiten müssen, sagten wir als Bibelschulteam mit Freude der Anfrage zu, uns um diesen Tag und alles was dazugehört zu kümmern. Hierzu gehörten die Vorbereitungen vor Ort, das Kochen des Essens und die musikalische Mitgestaltung des Gottesdienstes.

Da wir nicht irgendein Essen servieren wollten und für den Großteil unserer Gruppe das Herz für die schwäbische Küche schlägt, beschlossen wir, unsere ungarisch-rumänischen Freunde zur Vorspeise mit Flädlesuppe und zur Hauptspeise mit selbstgemachten Spätzle und Geschnetzeltem zu bekochen.

Zur Mittagszeit starteten wir gemeinsam mit Kaffee und Kuchen unter dem großen Kastanienbaum auf dem schönen Gelände der alten Kirchenburg.

Bei der Ankunft und während des ganzen Tages beeindruckte mich zutiefst die Offenheit und Herzlichkeit von Johannes und Martin, zwei Pfarrer, die wir in dieser Zeit kennenlernen durften, im Umgang mit den Mitarbeitern. Unter den Mitarbeitern befinden sich Personen, die teilweise wenig in der Gesellschaft angesehen sind, doch genau hier war eine unfassbar große Liebe sichtbar und spürbar. Mit offenen Armen gingen sie bei der Begrüßung auf die einzelnen Personen zu, umarmten sie, sprachen mit ihnen, zeigten ehrliches Interesse, verbrachten Zeit mit ihnen, lachten gemeinsam und setzten sich bewusst mit ihnen an einen Tisch um gemeinsam zu Essen. Genau in diesem Tun und Handeln von Martin und Johannes erkannte ich Jesus. Jesus, der sich nicht mit den angesehenen Leuten abgegeben hat und sich nur in ihren Kreisen bewegte und aufgehalten hat, sondern Jesus, der Zeit mit den Menschen verbrachte, die von der Gesellschaft verstoßen und verachtet wurden. Genau mit diesen Menschen wollte Jesus Gemeinschaft leben und haben. Auch bei Johannes und Martin war eine völlige Annahme, Wertschätzung und Liebe ihren Mitmenschen gegenüber spürbar, die mich unglaublich beeindruckte und mich an das Beisammensein im Himmel und an das Handeln und das Wesen von Jesus erinnerte.

Ein weiteres Erlebnis, was mich zu der Aussage „Ein Stück Himmel auf Erden“ führte, war die Einheit in der großen Vielfalt. Die Vielfalt, die in uns als Gesamtgruppe war, sei es durch unsere unterschiedlichen Nationalitäten, durch die verschiedenen Sprachen, unterschiedliche Generationen oder durch die ganz individuellen Hintergründe und teils sehr unterschiedlichen Biografien, führte uns nicht zur Spaltung, sondern es war eine starke Einheit spürbar. Diese Einheit wurde während dem Gottesdienst mit dem gemeinsamen Feiern des Abendmahls und dem Lobpreis in unterschiedlichen Landessprachen deutlich spürbar. Besonders an diesem Tag war eine tiefe Verbundenheit zueinander spürbar, die nur durch die Einheit in Jesus Christus unseren Herrn möglich ist.

An diesem wunderschönen, erfüllenden und gesegneten Tag schenkte Gott uns ein Stück Himmel auf Erden und Einblick in das was noch bevorsteht! Wir können uns sehr darauf freuen!

Viele liebe Grüße aus dem schönen Rumänien – und bis bald!

Philine